Manchmal kommt es anders …

Die Reise Richtung Darwin begann so wunderbar. Wir hatten leichten Wind, konnten segeln. Am ersten Abend ein schöner Ankerplatz vor der Insel Low Island. Am zweiten Tag Start früh morgens – das Ziel

 war Hope Island etwa 40 Seemeilen entfernt. Wieder schönes Segeln. Wir wussten gar nicht mehr, dass segeln so schön sein kann. Leichter Wind, fast keine Welle. Unter Passatbesegelung rauschten wir in Richtung der kleinen Insel. Am Abend angekommen manövrieren wir uns vorsichtig Richtung Ankergrund und ankern auf 8 Meter Tiefe. Am nächsten morgen um 6.45 Uhr geht es Anker auf und kurz nachdem der Anker oben war gab es einen Ruck – und - wir hingen auf einem Korallenblock.

Beide waren wir wie gelähmt , gleich merkten wir, dass das Ruder sich nicht mehr bewegen lässt. Wir waren also in der Nähe dieser Steine und dem Riff manövrierunfähig. Ganz von selbst kamen wir frei und die Wassertiefe war gleich wieder bei 8m. Gott sei Dank war die SY Golden Tilla in der Nähe. Wolfgang und Ulli haben sich dann mit Ihrem Schiff ganz vorsichtig auf uns zu bewegt und uns ins freie Fahrwasser gezogen.

Schnell war klar, dass mit Bordmitteln der Schaden nicht behoben werden kann und so hat die SY Golden Tilla uns die etwa 70 Seemeilen zurück nach Cairns begleitet. Die Sola war nur mit großer Mühe dazu zu bringen gerade aus zu laufen, es gelang durch den Einsatz des Hilfsruder der Windfahnensteuerung. Trotzdem mussten wir von der Golden Tilla geführt werden.

Im Schiff konnten wir erkennen, dass der Ruderschaft etwa 15 Zentimeter nach unten abgesackt war. Auf dem Weg zurück nach Cairns kamen wir uns vor wie auf einem Pulverfass. Uns war nicht klar, ob es möglich ist, dass das Ruder ganz herausrutscht. Mit Schraubzwingen und Schlauchschellen haben wir im Bereich des Ruderschafts die leicht eingerissene Gfk – Hülse fixiert.
Wäre das Ruder abgesackt, dann hätten wir ein etwa 10 Zentimeter großes Loch im Schiff gehabt und ob wir den Wassereinbruch dann hätten stoppen können? Auf jeden Fall haben wir Berge von Handtüchern bereitgelegt, mit denen wir im Fall der Fälle den Wassereinbruch versucht hätten zu stoppen
15 Stunden hat die Rückfahrt gedauert. In der Nacht kamen wir vor dem Hafen von Cairns an und haben dort geankert. Von unterwegs hatten wir bereits mit der Werft Kontakt aufgenommen und gebettelt, dass sie uns möglichst schnell aus dem Wasser nehmen. Am Morgen hat uns die Golden Tilla dann zu der etwa 2 Seemeilen entfernten Werft gebracht und
Nach den Kranen stehen wir nun an Land.

Es ist eine große Werft, die Hauptkunden sind Fischerboote und andere kommerzielle Schiffe. Im Moment sind wir das kleinste Schiff. Man hatte uns schon gesagt, dass sie sehr beschäftigt sind und das merken wir nun. Seit letztem Mittwoch hat man es lediglich geschafft, den Ruderschaft im Inneren des Schiffes zu lösen, sodass das Ruder außen herausgezogen werden kann. Dazu muss das Schiff wieder mit dem Lift angehoben werden.

Der ganze Umfang der Reparatur kann erst beurteilt werden, wenn das Ruder gezogen ist aber es ist abzusehen, dass die Arbeiten sehr aufwendig und zeitintensiv werden. Im Bereich des Skegs und an der Stelle, an der der Ruderschaft ins Boot geführt wird muß das GFK erneuert werden.

 

Low Island, hier war noch alles in Ordnung.

Low Island, hier war noch alles in Ordnung.

 

Wunderbares Segeln bei bestem Wetter.

Wunderbares Segeln bei bestem Wetter.

 

Wir sind nicht alleine.

Wir sind nicht alleine.

 

Hier liegen wir am Abend gemeinsam mit der SY Golden Tilla friedlich vor Anker.

Hier liegen wir am Abend gemeinsam mit der SY Golden Tilla friedlich vor Hope Island. Am nächsten Morgen passiert es dann.

 

Rückweg nach Cairns. Die Golden Tilla gibt uns Lenkhilfe.

Rückweg nach Cairns. Die Golden Tilla gibt uns Lenkhilfe.

 

Endlich in der Box vor dem Lift angekommen. Wir fühlen uns wieder in Sicherheit.

Endlich in der Box vor dem Lift angekommen. Wir fühlen uns wieder in Sicherheit.

 

Und so sieht der Schaden aus. Das Skeg ist gebrochen und der Ruderschaft verbogen.

Und so sieht der Schaden aus. Das Skeg ist gebrochen und der Ruderschaft verbogen.

 

große Fischerboote werden Zug um Zug zu Wasser gelassen.

große Fischerboote werden Zug um Zug zu Wasser gelassen.

 

Das ist nun unser neues zu Hause für die nächste Zeit.

Das ist nun unser neues zu Hause für die nächste Zeit.

 

 

4 Reaktionen zu “Manchmal kommt es anders …”

  1. kwachen

    Hallo Ihr beiden,

    Gott sei Dank ist euch beiden nichts passiert. Den Schaden an der Sola kann Man(n) oder Frau wieder reparieren. Wir wünschen euch viel Glück und falls Ihr Hilfe braucht meldet euch. Viele liebe Grüße aus Köln senden euch Klaus und Birgit.

  2. horst schneider

    Liebe Eva, lieber Rüdiger,
    das ist ja ein ganz schöner schreck der einem bei Eurem havariebericht in die knochen fährt. So hatte ich das nicht gemeint, als ich es schade fand, dass Ihr so wenig zeit in Cairns hattet. Zum Glück gab es wenigstens keine personenschäden - alles andere läßt sich regulieren. Finde es toll wie die GOLDEN TILLA Euch geholfen hat. Wenn wir von hier aus etwas tun oder besorgen können, meldet Euch. Alles Liebe Erika und Horst

  3. JohannesErdmann

    Hallo ihr beiden,

    ich verfolge eure Reise schon seit längerem, seit mir Freunde in Remscheid davon erzählt haben. Was für eine Bewahrung, dass das mit dem Ruder so glimpflich ausgegangen ist! Sicher kommt jetzt an Land eine Menge Arbeit auf euch zu. Ich habe auf St. Lucia schon einmal einen gebrochenen Skeg an einer Rassy gesehen - die Crew war einem Wal zu nah gekommen. Sah ziemlich stabil aus und unglaublich was für Kräfte wirken müssen, dass soetwas brechen kann.

    Alles Gute und vor allem Gottes Segen weiterhin! Ich werd alles verfolgen.

    Johannes

  4. scale58

    Hallo,
    wir sind die Eltern von einem der drei Dabringhauser Jungs….
    Wir wünschen euch toi toi toi für eine schnelle (und kostengünstige) Reparatur !!! Viel Spaß und alles Gute noch für eure Tour.
    Viele Grüße von der Insel Föhr und liebe Grüße an Norman, Dominik und THOMAS !!!

    Heidi & Hardy

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